Igel

Boudgoust über Google-Kommunismus

Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust hat ein klares Feindbild: Google. Das ist kein Wunder. Aus seiner Google-Suchmaske kommt anscheinend Musik, und jetzt stellt sich heraus, dass Google den Kommunismus wieder aufleben lässt:

>> Bei Google wird der Autor faktisch enteignet, indem alles neu formatiert und zusammengestellt wird. << (Interview Süddeutsche Zeitung, S. 3)

Tatsächlich ist es nicht der Autor, der enteignet wird. Dieser kann sich über Google-Werbung einiges dazu verdienen. Das Problem haben eher alteingesessene Publikations-Unternehmen, denen im Internet mit Einzelkämpfern und spezialisierten Kleinunternehmen Konkurrenz erwächst, die auf dem Print- oder Rundfunkmarkt nicht möglich wäre. Dafür ist der üblichere Begriff "Wettbewerb" und nicht Enteignung.

Diesen Unternehmen aber will Boudgoust die helfende Hand reichen, "um gemeinsam das ökonomische Risiko zu reduzieren". Und das ist überaus kennzeichnend für das Selbstverständnis der öffentlich-rechtlichen Sender. Sie fühlen sich wie Großunternehmen, treten so auf, verdrängen Privatanbieter wie selbstverständlich, sind aber nur Verwaltungsfunker mit einem bestimmten Auftrag. Ohne ökonomisches Risiko. Ohne das Recht auf beliebige Ausdehnung in allen Märkten, die ihnen aussichtsreich erscheinen.

Dass Boudgoust bei aller Google-Polemik die ARD trotzdem im Google-Video-Portal Youtube platzieren will, entspricht genau diesem Selbstverständnis.


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