Igel

Anstalten mögen keine Treppen

Wer es gewohnt ist, im Verfassungsaufzug hoch und runter zu fahren, dem sind drei Stufen wie im Drei-Stufen-Test nicht zuzumuten. Und so wehren sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten:

ARD und ZDF lassen Gutachten erstellen, um den am 1.6. in Kraft tretenden Staatsvertrag, der sie zum Treppensteigen zwingt, zu überprüfen.

Der MDR zeigt mit vorauseilendem Gehorsam Widerstand. Für ein Projekt, das angeblich 330.000 € im Jahr kostet, wird in der ersten Stufe ein Gutachten eingeholt, das 220.000 € kostet.

Dabei ist die Lösung der öffentlich-rechtlichen Probleme ganz einfach: Wenn sie sich zu sehr belastet fühlen mit der Durchführung des Drei-Stufen-Tests, dann nimmt man halt eine externe Aufsicht.

Die Landesmedienanstalten, die bisher nur Privatfunker beaufsichtigen, würden sicher gerne ihre Kompetenzen ausweiten. Nur ob den Anstalten das gefallen wird, wenn Fassadenkletterer von außen bei ihnen hineingucken?


Kommentare
Sonst zitieren ARD und ZDF immer die BBC als Vorbild, in Fragen der Kontrolle zieren sie sich.

Die Aktivitäten der BBC wird vom BBC Trust kontrolliert und der hat beispielsweise im Februar ein Onlineprojekt der BBC gestoppt, weil der öffentliche Mehrwert nicht erkennbar wäre.

http://www.bbc.co.uk/bbctrust/
#1 Harald Simon am 10.03.2009 11:04 (Antwort)

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