Dienstag, 30. Juni 2009, 16:02Was verlegen eigentlich Verleger?Der Verleger Hubert Burda fühlt sich in der FAZ enteignet, weil Google im Netz Geld verdient und er anscheinend nicht genug. Der Gesetzgeber sei in der Pflicht, den Verlegern das Recht zuzubilligen, "an den Erlösen der Suchmaschinen fair und zu überprüfbaren Konditionen zu partizipieren." Was den Herrn Burda stört ist, dass Google durch seine Suchergebnisse mit anderer Leute Inhalte Geld verdient. Wieso wird dann nicht einfach verhindert, dass Google Inhalte in seinen Index aufnimmt? Ganz einfach: Weil Google Besucher bringt. Weil Google mit dieser kostenlosen Leistung über die Werbung auf Presseseiten Geld in die Kasse spült. Und dann wär da noch die Frage, warum Verleger im Netz kein Geld verdienen. Wenn ich mir die Art und Weise anschaue, in der Anzeigen auf Presseseiten platziert werden, könnte man meinen, die Anzeigen sind dazu da zu verhindern, dass jemand drauf klickt. Aber es könnte auch daran liegen, dass verlegerische Preismodelle geradezu phantastisch sind. Denn die FAZ bietet das Burda-Pamphlet für zwei Euro zum Lesen an. Die gesamte FAZ eines Tages kostet 1,90. Wäre der Artikel frei verfügbar, bekäme er mit Sicherheit viele Links. Und Links sind nun mal die neue Währung im Internet. Nur wer gelinkt wird, hat Chancen auf gute Platzierungen in Suchmaschinen, auf viele Besucher und damit auf Einnahmen. (Nachtrag 16:58: Der Artikel ist jetzt komplett online.) Anscheinend ist es so, dass weil Verleger den kreativen Teil ihres Hirns verlegt haben, jetzt der Staat einspringen soll, um eine Gesetzesprothese einzusetzen. |
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