Mittwoch, 3. Dezember 2008, 08:14Die BITKOM-SuperzahlenAnscheinend will BITKOM jetzt jedes Quartal eine Videonutzungsjubelmeldung fürs Internet herausbringen. „25 Millionen schauen Videos im Netz“ ist der Titel der aktuellen Meldung. Es fehlt allerdings ein klitzekleines Wort in der Kennzeichnung der Untersuchung. Das Wörtchen „repräsentativ“. Was sind unrepräsentative Zahlen wert, bei denen weder die Erhebungsbasis noch die altersmäßige Zusammensetzung veröffentlicht werden? Repräsentative Umfragen kommen auf Nutzeranteile bei Webvideos von unter 30%, die ARD-ZDF-Onlinestudie über einen kleinen Trick auf über 50%, doch Bitkom meldet, dass drei von vier Internetnutzer Videos im Netz schauen. Damit liegt diese Quote sogar noch über der Breitbandausstattung der Onlinenutzer, die im Moment bei 70% taxiert wird. BITKOM-Vizepräsident Achim Berg schließt aus den Superzahlen: „Bereits in Kürze wird das Internet als Übertragungsweg für Fernsehangebote eine echte Alternative sein.“ Diese Gleichsetzung von Fernsehen und Video zeugt von hohem Sachverstand und wird die öffentlich-rechtlichen Sender freuen, die das auch propagieren, um aus der alten Rundfunkkiste in die Multimediaecke zu springen. Letztlich fördert BITKOM mit den Superzahlen und der daraus gezogenen Super-Schlussfolgerung die Ansprüche auf Rundfunkgebühren für die Netznutzung, was eine interessante Art der Lobbyarbeit ist für einen Verband, der die Internetwirtschaft vertreten möchte. Kommentare
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